Andacht zum Sonntag Laetare, 22.03.2020 (Pfarrer Jochen Zimmermann)


Gebet:

Gott, danke für jeden neuen Tag,
danke für das Licht, die Luft und für mein Leben.
Gott, lass mich in dieser Zeit
achtsam sein mit dem Leben,
mit mir,
und mit allen, mit denen ich verbunden bin.
Lass mich achten auf meine Gesundheit, meinen Körper, meine Gedanken!
Achten will ich auf die Gesundheit aller.
Lass uns ganz genau aufeinander hören, wie sonst nie,
Schenke uns Behutsamkeit füreinander und ein weites Herz!

(Stille und ruhig atmen)

Biblisches Wort:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Angst sondern den Geist des Vertrauens, der Vernunft und der Liebe! (2. Timotheusbrief)

Andacht:

Die Angst ist da, und sie wird groß! Niemand von uns weiß im Moment, wie groß sie noch wird. Das Leid ist da! Die Nachrichten aus Italien, Spanien, Frankreich, die Nachrichten aus unserem Land sind schwer zu verstehen und zu fassen.
Der Kampf gegen das Virus ist zugleich auch ein Kampf gegen unsere Angst.
Die Gesundheit geht vor, ihr ist jetzt alles unterzuordnen.
Der Schutz unseres Körpers, unserer Gesundheit, der Unversehrtheit unseres Lebens und die der anderen Menschen fordern unsere ganze Vorsicht. Plötzlich sind wir auf uns selbst, auf unseren privaten Raum zurückgeworfen und auf die bloße Sicherung unseres Lebens.
So als ob unser eigener und unser gesellschaftlicher Körper sich ganz und ausschließlich aufs Atmen – und das nicht nur im übertragenen Sinne – konzentrieren muss.
Unsere Angst ist real! Das Leid ist da, die Fragen nehmen zu, die Unfassbarkeit gewinnt an Macht.
Real sind auch ganz andere, lebensbejahende Kräfte. Sie sind in uns da:
Unsere Menschlichkeit, unser Vertrauen und unsere Liebe.
Wir können uns der Angst bewusst sein, wir begegnen ihr mit Verstand und mit Mut.
Wir halten unsere menschlichen Kräfte gegen den Ernst der Situation.
Wir spüren unser Vertrauen, das uns aus Gott zukommt.
Wir lassen unsere Vernunft groß werden, die uns Geduld schenkt und Rücksicht mit allem; und vor allem lassen wir unsere Liebe zum Leben und zu anderen Menschen, die uns jetzt brauchen, sich immer mehr ausbreiten!

Angst kann groß werden, genauso groß und noch viel größer kann das Vertrauen werden. Stecken wir uns – gerade jetzt - nicht mit Angst an, sondern mit Hoffnung und Lachen- wie es in Italien auf den Balkonen in häuslicher Quarantäne geschieht.
Um unser biblisches Wort zu reduzieren:
Gott ist nicht Angst sondern Vertrauen, Vernunft und Liebe - für uns alle!

Fürbitte:

Gott, ich bitte Dich in dieser Zeit um deinen Schutz.
Ich bitte Dich, dass du uns behütest und gesund erhälst.
Lass die Angst nicht zu groß werden, lass uns mutig nach vorne sehen.
Lass uns innerlich spüren, wie sehr wir gehalten sind auch inmitten von Unsicherheit und Panik.
Vertrauen wollen wir, dass es etwas tief in uns gibt, das größer und weiter ist als eine schwere Zeit,
dass, wo unsere Angst wächst, der Mut noch größer wird.
Ich bitte um Menschen, die an diesem Virus erkranken, dass die Hoffnung bei ihnen bleibe.
Für die Gestorbenen, dass sie in Dir geborgen sind.
Für unsere Politiker, dass sie weiterhin Vernunft und Ruhe ausstrahlen.
Ich bitte dich für unsere Ärzte, Schwestern, Pflegekräfte, dass sie die nötige Arbeitskraft und Geduld erhalten und behalten.
Danke Gott für die, die für unsere tägliche Sicherheit sorgen.
Ich bitte dich für uns alle, dass wir vorsichtig und vernünftig bleiben, und umsichtig sind
und trotz allem mutig bleiben und mit einem weiten Herzen für alles, was kommen wird.
Die Zukunft ist nicht ungewiss, sie ist ganz fest in Dir!

Amen



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